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  • Bruno Blum

Diese crazy Geschichte MUSS ich einfach erzählen...;-)

Aktualisiert: 12. Okt.

Diese verrückte Geschichte aus dem Alltag eines Schoggimachers MUSS ich Euch jetzt einfach erzählen. Denn der Zufall im Leben spielt manchmal so unglaublich, wie es sich selbst der begnadetste Romanautor nicht ausdenken könnte – und würde es ihm gelingen, würde man sagen, jetzt sei mit ihm aber die Fantasie zu sehr durchgebrannt... Als ich gestern das Mail meiner Verzollungs-Firma erhielt, war ich kurz in den Adolf-Ogi-Modus verfallen und habe laut «Freude herrscht!» gerufen. Denn die Jahreslieferung meiner Kakaobohnen der Hazienda Betulia in Kolumbien wurde für heute angekündigt. Endlich! Nach wochenlanger Verspätung und Zoll-«Schikaniererei» erst in Rotterdam und dann auch in Amsterdam. Und tatsächlich: heute morgen stand ein riesiger Sattelschlepper vor dem Haus, der fast grösser war, als meine ganze Schoggi-Werkstatt. Ich bin freudig hinausgestürmt und habe dem Lastwagenchauffeur gesagt, wo er das Pallet vor der Eingangstreppe abstellen könne. Der Lastwagen war nicht so gross wegen meiner Bestellung, sondern weil er aus Deutschland kam und noch viele andere Ware in der Schweiz zu verteilen hatte – auch in unserer Region, gottseidank, wie sich später herausstellen sollte... «Was abladen?», fragte mich der Chauffeur ganz entgeistert. «Ich kann hier gar nichts abladen! Ich kann mit meinem Lastwagen höchstens an eine Verladerampe fahren – abladen müssen Sie selber.» Schoggi-Werkstatt, Verladerampe? Hmmmm... Nun im Gegensatz zu den Schweizer Transporteuren, die wissen, dass es in der Schweiz bei den wenigsten KMU eine Laderampe gibt, gingen die Deutschen Logistiker ganz einfach davon aus, dass La Schoggi eine Laderampe hat. Deshalb verfügte der Lastwagen weder über eine Hebebühne noch über einen Transporttrolley... «Laderampen-Lastwagen hätten sie extra bestellen müssen», schnauzte mich der Disponent an, den der Chauffeur zwischenzeitlich telefonisch kontaktiert hatte. Hmmm – ich hatte ja gar nicht bestellt, denn den Transport hat der Inhaber der Hazienda Betulia organisiert. Und bisher waren es immer Schweizer Transporteure MIT Hebebühne gewesen... Wie zum Teufel soll man ein Pallet mit 650 Kilogramm Kakaobohnen von einem Sattelschlepper entladen, dessen Ladefläche gut eine Körpergrösse über dem Boden liegt? Eben: gar nicht... Der Chauffeur grummelte, stieg ein und fuhr mit meinen Bohen wieder weg – vermutlich zurück nach Holland... Was tun in der Verzweiflung? Die Verzollungs-Firma riet mir, zu organisieren, dass der Lastwagen die Bohnen bei einem Schweizer Transporteur ablädt und diese mir die Fracht dann bringt. Denn sonst müssten die Bohnen nochmals, also ein zweites Mal, von Holland hierher gebracht werden. Was ziemlich teuer werden wird, wie der Mann vom Verzollungsbüro noch als Warnung hinzufügte... Ooookaaayyyy – aber wo war der Lastwagen inzwischen? Und bei welchem Schweizer Transporteur kann er die Ware abladen? Zum Glück kennt meine Partnerin Doris jemanden, der in der Dispo eines Logistikunternehmens arbeitet. Und diese Person sagte mir, dass hier in Biberist die Firma Sieber-Transporte ein Logistikzentrum habe – ich soll doch dort anrufen... Nächstes Telefon: ob es möglich wäre, meine Bohnen bei ihnen abzuladen und mir dann zu bringen? Das sei absolut möglich und kein Problem. Hurra! Das erste Mal an diesem Tag, dass etwas zu klappen schien... Aber wo war der Lastwagen inzwischen? Die Disponentin von Sieber-Transporte erklärte sich bereit, dies mit der Logistikfirma in Holland, die den Transportauftrag einer Deutschen Transportfirma vergeben hatte, abzuklären. Ich war fein raus und hoffte jetzt einfach, dass der Lastwagen noch nicht zu weit weggefahren war... Und jetzt kommt der Clou und die Pointe, die sich kein Mensch ausdenken kann: die Disponentin von Sieber-Transporte rief mich zurück und sagte erfreut, sie hätte den Lastwagen mit meinen Bohnen ausfindig gemacht. Er sei eben bei Ihnen, hier in Biberist zugefahren, weil er bei Sieber-Transporte noch Ware abladen musste...;-) Der Rest ist dann schnell erzählt: eine halbe Stunde später fuhr ein Kleintransporter von Sieber bei mir vor – MIT Hebebühne und Transporttrolley und platzierte mir das Pallet perfekt vor die Eingangstreppe der Schoggi-Werkstatt...

Und so bekam diese Odyssee doch noch ein Happy-End! Und ich habe inzwischen die elf 50-Kilo-Säcke in den Lagerraum im Untergeschoss gebuckelt. Jetzt sitze ich zwar mit Rückenschmerzen, aber glücklich hier und genehmige mir zur Feier des Tages – nein, keine Schoggi – sondern ein kühles Bier...;-)

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