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  • Bruno Blum

Kakobohne – die unterschätzte Frucht


Bevor ich anfing, selber Schokolade herzustellen, ging es mir wie den meisten von Ihnen vermutlich auch: weder wusste ich etwas über die Kakaobohne, noch hatte ich je Gelegenheit, eine Kakobohne zu kosten, noch hatte ich eine Ahnung von der unglaublichen «Power» dieser Frucht. Haben Sie gewusst, dass Kakaobohne eine der inhaltsreichsten Früchte überhaupt ist, die sogar auch positive gesundheitliche Auswirkungen haben können?


Wikipedia schreibt dazu unter anderem: «Kakao bildet ein komplexes Stoffgemisch aus mittlerweile 300 bekannten, verschiedenen Bestandteilen, von denen manchen eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben wird. Dazu zählen u.a. eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System, das Nervensystem, das lymphatische und hormonelle System und das Immunsystem.»

Obwohkl viele dieser Aussagen zwar auf Studien mit Einzelsubstanzen bzw. Extrakten beruhen und sich deshalb nicht verallgemeinern lassen, scheint mir die Kumulierung bereits dieser verschiedenen positiven Eigenschaften beeindruckend.


Aber es geht noch weiter: «Eine Metaanalyse der Cochrane Collaboration hat gezeigt, das bestimmte Extrakte des Kakaos eine blutdrucksenkende Wirkung haben. Die benötigten Mengen lassen sich jedoch kaum durch den Konsum von Schokolade, selbst Schokolade mit hohem Kakaoanteil, erreichen. Ein EFSA health claim geht von einer Menge von mindestens 200 mg pro Tag aus.» Eigentlich schade. Denn es wäre doch wunderbar, man könnte – statt Tabletten zu schlucken – seinen Blutdruck einfach mit dem Genuss von guter Schokolade in den Griff bekommen...;-) Aber trotzdem: die Kakaobohnen in hoch kakaohaltiger Schokolade unterstützen auf kulinarisch äusserst sympathische Art das Blutdruck-Management...


Die Komplexität und Wirkungsvielfalt der Kakaobohne gibt der Wissenschaft auch heute immer noch ungelöste Rätsel auf. So sind – gemäss Wikipedia – die gesundheitlichen Aspekte des Kakaogenusses nach wie vor Inhalt aktueller Forschungen und noch nicht vollständig geklärt. Eine grossangelegte Studie, welche über einen Zeitraum von 5 Jahren 18.000 Männer und Frauen in den USA erfassen wird, hofft herauszufinden, ob die tägliche Einnahme von Kakao-Flavanolen und Multivitaminen das Risiko von Herzkreislauferkrankungen und/oder Krebs verringern kann.


Des weiteren wurde in mehreren Beobachtungsstudien Zusammenhang zwischen Schokoladenkonsum und Sterblichkeit untersucht. Mit dem Resultat: Eine Zusammenfassung der Studien deutet auf einen schützenden Effekt des Schokoladenkonsums hin, wobei jedoch der Wirkungsmechanismus unbekannt ist. (Meine Meinung dazu: Ist doch egal, warum es wirkt – Hautpsache es wirkt...;-)


Schließlich fand – gemäss Wikipedia – eine Studie der Universität L’Aquila und der Firma Mars Inc. auch Belege für eine positive Wirkung der im Kakao enthaltenen Flavanole auf die kognitive Leistungsfähigkeit älterer Menschen. Spätere Studien scheinen diese Aussage zu bestätigen und geben erste Einblicke in potentielle Mechanismen und den Zusammenhang zwischen Dosis und Effekt. Auch in anderen Studien konnte die konzentrationsfördernde Wirkung von Kakao und dessen Bestandteilen nachgewiesen werden.


Fazit: Alle bisherigen Erkenntnisse weisen offenbar auf eine für die Gesundheit positve Wirkung der Kakaobohne hin. Nicht dass ich deshalb dafür plädieren würde, gute und hoch kakaohaltige Schokolade vor allem aus gesundheitlichen Gründen zu essen – das wäre weder seriös, noch vermutlich zielführend. Aber was gibt es Schöneres, als wenn man köstliche Gaumenfreude mit dem herrlichen Gewissen geniessen kann, gleichzeitig Gutes für seine Gesundheit zu tun... In diesem Sinn: viel Vergnügen mit La Schoggi und allen anderen guten Schokoladen der Welt!




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