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  • Bruno Blum

Schoggimachen im Spannungsfeld zwischen 100% Handarbeit und Lieferkapazität

Aktualisiert: 30. Jan.


Ich freue mich über jede einzelne, eingehende Bestellung wie ein kleines Kind – und manchmal kann ich es immer noch nicht glauben, wieviele Menschen meine Schoggi offenbar lieben. Und gleichzeitig beschleicht mich bei jeder Bestellung das schlechte Gewissen, weil die Kund/innen manchmal so lange auf ihr Schoggi-Päckli warten müssen. Kleiner Einblick in ein unlösbares Dilemma...


Als Hersteller eines Produktes möchte man natürlich, dass die Kund/innen ihre wunderschönen Bestellungen auch möglichst rasch erhalten. Als Hersteller, der seine Produkte in 100% Handarbeit macht, ist das aber leider nicht immer möglich...


Denn: Handarbeit bedeutet, dass einzig und alleine die zur Verfügung stehende Zeit über die Herstellungsmenge bestimmt. Man kann ja nicht «einfach» Maschinen länger oder schneller laufen lassen, man kann nicht zusätzliche Maschinen anschaffen, um die Herstellungsmenge zu erhöhen. Das einzige, was helfen würde, wenn ich mehr als zwei Hände hätte...;-)


Bis eine Tafel fixfertig eingepackt zur Auslieferung bereitliegt, braucht es von der rohen Kakaobohne bis zur fertigen Schoggi-Tafel acht verschiedene Schritte. Und es braucht z.B. auch für die verschiedenen Sorten zum richtigen Zeitpunkt die Rohstoffe hier in der Schoggi-Werkstatt verfügbar. Ich hätte mir am Anfang meines Schoggimacher-Lebens nie vorstellen können, welcher Koordinations-Aufwand für die «Logistikkette» notwendig ist, selbst in einer so winzigen Manufaktur wie La Schoggi...


Ich will mich darüber hier keineswegs beklagen – ganz im Gegenteil! Denn ich liiiieeebe ALLE Facetten, die rund um das Schoggimachen notwendig sind. Vom Einkauf über das Schoggimachen, der Lebensmittelgesetz-Rapportierungen, der Lagerungslogistik bis hin zum Verpacken und Versenden. Es ist wunderschön, das alles selber zu machen und in jeden einzelnen Schritt seine ganze Leidenschaft stecken zu können.


Wenn da nicht manchmal dieses «schlechte Gewissen» im Hinterkopf wäre, dass Bestellungen sich «stapeln» und die Auslieferungen nicht immer so schnell möglich sind, wie ich eigentlich gerne hätte. Aber ich denke, mit diesem Problem bin ich nicht alleine – sondern das geht allen handwerklichen Machern genau gleich. Geigenbauern, Töpfern, Kunsthandwerkern usw. Zu wissen (oder vermuten), dass dies einfach unveränderlich in der Tatsache von handwerklicher Einzelstück-Herstellung liegt, ist ein kleiner Trost, wenn ich mir wieder mal zuviel «Auslieferungsdruck» mache.


Aber Schönste ist das Verständnis meiner Kund/innen, das ich immer wieder erleben darf. Und dafür möchte ich einfach einmal ganz herzlich DANKE sagen!

Das gibt mir immer wieder die nötige Ruhe und Musse, Qualität und Sorgfalt vor Geschwindigkeit zu setzen...







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