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  • Bruno Blum

Handarbeit-Schoggimachen ist wie (m)eine Meditation

Sehr persönliche Gedanken über mein Schoggimachen...


Wenn ich Besucher/innen in meiner kleinen Schoggi-Werkstatt die verschiedenen Schritte der Schokoladen-Herstellung zeige, dann werde ich bei der «Station» Tafelngiessen manchmal gefragt: «Wird das nicht mit der Zeit langweilig, immer das Gleiche zu machen?» Und meine Antwort lautet: Nein!!!


Natürlich: die Tätigkeit an sich hat eine gewisse Monotonie. Denn der Ablauf ist immer derselbe – MUSS derselbe sein, um das qualitativ gewünschte Resultat zu erreichen: Giessform auspinseln, Giessform unter dem «Schoggibrunnen» befüllen, die flüssige Schoggimasse durch Drehen und Neigen in der Form verteilen, die Giessform solange klopfen, bis die Luftblässchen verschwunden und die Schokolade die richtige Konsistenz hat... Ja, dieser Ablauf ist immer gleich. Und das seit nunmehr vielen tausend gemachter Tafeln...


Aber die manuelle Tätigkeit ist nur die eine Seite – quasi die «mechanische». Bei diesem Prozess passiert für mich aber noch ganz was anderes. Etwas auf einer nicht materiellen Ebene. Und Alle, für die «metaphysischer Energiefluss und die (Aus)Wirkung von Achtsamkeit» bloss Hirngespinste und verquirltes Geschwafel sind, hören hier am besten auf zu lesen...;-)


Für mich ist das Entstehen einer Tafel jedesmal ein Erlebnis und ein kleines «Wunder». Eine Schoggitafel wird nicht gemacht – sondern sie entsteht. Während des oben beschriebenen Prozesses des Tafelgiessens widme ich meine ganze Aufmerksamkeit diesen beiden Tafeln in der Giessform. In diesem Moment gibt es sonst nichts auf der Welt. Und ich bin überzeugt, dass durch die Handarbeit und eben diese Aufmerksamkeit auch meine Liebe zur Schokolade, meine positive Energie dieses Augenblicks in die Schokolade «fliesst»...


Ich hatte schon an anderer Stelle mal über den bekannten japanischen Wasserforscher Dr. Masaru Emoto geschrieben, der herausgefunden hat, dass alleine schon positive Gedanken die Kristallstruktur von Wasser postiv verändern können. Und da auch die Schokoladenmasse eine Kombination von verschiedenen Kristallen ist, frage ich mich: warum soll es hier anders sein, als beim Wasser sein?


Doch zurück zum Thema «langweilige Tätigkeit» Ich habe heute in der Radiosendung «Persönlich» eine beindruckende Aussage der Schweizer Sängerin Vera Kaa gehört. Sie sagte (sinngemäss): «Selbst wenn ich dasselbe Lied hundertmal singe, ist es hundertmal ein anderes Lied». Und genauso empfinde ich es beim Schoggimachen: Auch wenn ich tausendmal die gleiche Schoggi mache, ist es jedesmal eine andere Schoggi. Sie ist geprägt vom Augenblick, von der gerade währenden Stimmung in der Schoggiwerkstatt, vielleicht – wer weiss – auch von meiner eigenen Stimmung...


Jede Tafel entsteht in einem «Zwiegespräch» mit mir und der Schokolade. Das macht für mich diese Tätigkeit fast zu einer Art «Meditation», weil es in diesem Augenblick nichts anderes gibt, als diese beiden entstehenden Tafeln Schokolade und mich. Und sowas KANN gar nicht langweilig werden!


Deshalb glaube ich übrigens auch, dass industriell gefertigte Lebensmittel – mögen sie noch so perfekt hergestellt sein – genau dies nie haben können und ihnen dadurch stets etwas fehlt: die Energie und die Aufmerksamkeit, die ihnen der Macher, die Macherin mit auf den Weg gibt...


Ich weiss, das klingt alles ein bisschen verrückt. Aber ich denke, wer 100% Handarbeit- Schoggi macht, braucht eh ein gewisses Mass an Verrücktheit...;-)






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